Maison Relais und Musiksaal, Soleuvre (L)

Kategorie :

Wettbewerb Architektur

Projekt :

Maison Relais und Musiksaal

Auftraggeber :

Administration Communale de Sanem

Land :

Luxemburg

Fläche :

bgf 3.968 m²

Planungszeit :

05/2017 - 06/2017

Auftrag :

2. Preis

Preis :


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projekt Neubau einer Maison Relais und einem Musiksaal auf dem Gelände der „école 2000“ auftraggeber Administration Communale de Sanem (L) architektur alle leistungsphasen WW+, Esch-sur-Alzette/Trier (L/D) bgf 3.968  m² bri 12.266 m³ wettbewerbsphase 05/2017 - 06/2017 wettbewerb 2.Preis

 

„ Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen

Zitat: Günther Jauch (Spiegel 2009)

 

Genius Loci Das Haus im Park

Der zur Verfügung stehende Bauparameter, ein parkähnliches Areal, liegt süd-östlich des Ortszentrums Sanem, welches sich um den Place de l’Indépendance entwickelt. Prägend für das Baugebiet sind die bestehende Schule und der dichte Baumbestand an der Rue de Belvaux. Verkehrstechnisch erschlossen wird das Gebiet durch die westlich gelegene Rue de Belvaux sowie die fußläufige Wegeverbindungen von der Rue Charles de Gaulle und der Rue d'Esch.

 

Der zu erhaltende Baumbestand sowie das bestehende Kanalisationsnetz verhindert die Verortung des Neubaus unmittelbar an der Rue de Belvaux. Hieraus resultiert das Grundkonzept des Neubaus als „Haus im Park“.

 

Die Magistrale das verbindende Element.

Zusammen mit der bestehenden Schule und den Sport- und Freizeitflächen des Parks bildet der Neubau ein Ensemble, welches sich entlang einer „Magistrale“ gruppiert. Diese Achse nimmt das bestehende Wegenetz des Parks auf und schließt großzügig an die Haupterschließungsstraße an. Dadurch wird eine eindeutige Eingangssituation und Adresse für den Neubau bzw. das gesamte Gelände geschaffen. Der Park öffnet sich zum öffentlichen Straßenraum, der Rue de Belvaux und wird zur einer klaren Adressbildung für die gesamte Umgebung sicht- und erlebbar. Dies führt zu einer städtebaulichen Aufwertung und schafft somit einen Mehrwert für alle Bewohner des Quartiers.

 

Funktionale Lösung

Die Konzeption der Maison Relais als zweigeschossiger Baukörper mit dem daran anschließenden, eingeschossigen Probenraum des Musikvereins ermöglicht eine Erstellung in zwei unabhängigen Bauphasen. Die topographischen Gegebenheiten werden geschickt durch die beiden Gebäude aufgenommen und zur Differenzierung der notwendigen Raumhöhen genutzt.

 

Das architektonische Konzept sieht eine kompakte Gebäudeform zur Reduzierung der bebauten Fläche und zugunsten einer maximal grünen Umgebung vor. Es bietet seinen Nutzern durch seine klare Form und Strukturierung einerseits optimale Orientierung und anderseits Geborgenheit.

 

Das Material und Energiekonzept ist bewusst auf wenige, langlebige und nachhaltige Materialien ausgelegt. Die Reduktion auf wenige Materialien mit robusten, langlebigen Oberflächen gewährleistet geringe Umweltbeeinträchtigungen. Sie sind pflegeleicht und bleiben über einen langen Zeitraum ansehnlich.

 

Großzügige Glasflächen ermöglichen mannigfaltige Aus- und Einblicke und generieren dabei einen fließenden Übergang zwischen Gebäude und Landschaft. Die Begrenzung von Konstruktion und Ausbau auf wenige, authentische Materialien steht für eine Ästhetik des Schlichten und Zeitlosen. Eine differenzierte Fassadengestaltung aus natürlichen Materialien, wie Holz- und Putz-Elementen erzeugen ein zeitgemäßes, hochwertiges Erscheinungsbild und lassen zudem eine wirtschaftliche Lösung erwarten.

Auf dem Dach des Musikraumes entsteht eine Dachterrasse, welche als erweiterter grüner Spiel- und Aufenthaltsbereich von der Maison Relais genutzt wird. Die direkte Nähe der Maison Relais zum bestehenden Schulgebäude ermöglicht maximale Interaktion und einen reibungslosen Funktionsablauf zwischen den Gebäuden.

 

Maison Relais

Vom Kiss & Go Bereich bzw. von der Bushaltestelle an der der Rue de Belvaux aus, erreichen die ankommenden Kinder über die Verbindungsachse der „Magistrale“ mit Ihren Sitzstufen den großen und hellen Eingang der Maison Relais im Erdgeschoss auf direktem und sicherem Weg.

 

Hier finden sich Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen und der Wartebereich für die Eltern. Der daran anschließende Speiseraum mit seinem Küchenbereich orientiert sich auf gleichem Niveau wie die Mensa und die Sporthalle des Bestandsgebäudes, zum vorhandenen Schulhof hin. Der Gruppenraum für die Kinder von 2-4 Jahren und einer der Atelierräume orientieren sich, ebenso wie der zu einem Funktionsblock zusammengefasste Personalbereich mit Büro, Aufenthaltsbereich und den notwendigen Nebenfunktionen der Nassbereiche, eher introvertiert zum südlichen Grünzug, mit seinem erhaltenswerten Baumbestand hin.

 

Intern verbinden eine großzügige Treppe und ein Aufzug das Foyer im Erdgeschoss mit dem Obergeschoss. Ein Luftraum schafft zusätzlich eine räumliche Verbindung beider Ebenen und gewährleistet durch seine Sichtbeziehungen die Interaktion zwischen den Geschossen.

Um diesen geräumigen Spielflur mit seiner hohen Aufenthaltsqualität gruppieren sich, neben der Spielterrasse auf dem Dach des Musiksaals, die restlichen Gruppenräume und das zweite Atelier.

Großflächige Verglasungen mit Öffnungsflügeln in den Räumen erlauben deren optimale Versorgung mit Tageslicht und eine natürliche Be- und Entlüftung. Ihre Brüstungselemente werden als Sitzbank ausgebildet. Die vor den Öffnungsflügeln angedachte Holzlattung garantiert elegant die notwendige Absturzsicherung bei geöffneten Fenstern.

Diese hölzernen Fassadenelemente werden gestalterisch und funktional als ‚Zaun‘ im Bereich der Dachterrasse weitergeführt und ermöglichen ein gefahrenfreies Spielen und als Verschattungselement ein angenehmes Klima auf der Terrasse. Eine abschließbare Außentreppe verbindet die Terrasse auf direktem Weg mit dem Schulhof im Erdgeschoss. Sie sichert den notwendigen, zweiten Rettungsweg aus dem Obergeschoss.

Als zusätzliche Attraktion kann das obere Foyer auch durch einen Steg erreicht werden, welcher die Haltezonen des fließenden Verkehrs für die Kinder erlebnisreich als „Baumwipfel-Pfad“ mit dem Haus im Park verbindet.

 

Musiksaal

Durch den nördlichen, hellen und großzügigen Eingang gelangt man ebenerdig direkt in den großen Proberaum, der den Mittelpunkt des zweiten Bauabschnittes bildet. Flankiert von den Nebenfunktionen entsteht ein durchgesteckter Raum, der gut mit Tageslicht versorgt wird und natürlich zu be- und entlüften ist.

Große, raumhohe Fenster in der Nord- und Südfassade geben den Blick aus dem Proberaum in den Park frei. Saal und Landschaft fließen ineinander über und es entsteht das Gefühl vom Musizieren im Grünen.

Eine mobile Faltwand ermöglicht es, ihn in zwei unabhängige, kleinere Räume zu separieren. Die beiden mittig zum Musiksaal platzierten Instrumentenlager unterstützen diese Option.

Diffus reflektierende und tiefenabsorbierende Flächen an den Decken und den Wänden sowie variable akustische Maßnahmen in Form von Vorhängen gewährleisten im Musiksaal gute Rahmenbedingen für die Akustik. Der Raum ist ohne Aufwand für Konzerte, über Proben bis hin zur Einzelstunde individuell herzurichten.

Das Büro im östlichen Gebäudeteil und das südlich angeordnete Buvette werden ebenfalls großzügig mit Tageslicht versorgt und natürlich belüftet. Die WC-Anlagen sind unmittelbar dem Eingangsbereich logisch zugeordnet. Die Andienung erfolgt über die bereits vorhandene Erschließungsstraße nördlich der bestehenden Schule.

 

Energiekonzept

Als weiterer wichtiger Baustein des Entwurfs dient das Energiekonzept. Die sehr gut gedämmte Gebäudehülle zur Begrenzung des Energieeintrages in das Gebäude sowie eine mechanische Be- und Entlüftung aller Funktionsbereiche unterstützen das Wohlbefinden innerhalb des Gebäudes. Es ist eine zentrale RLT-Anlage denkbar, die über einen Erdkanal versorgt werden kann. Die Leitungsverteilung erfolgt weitgehend in den abgehängten Decken der Flure. Die Belüftung der Gruppenräume erfolgt bedarfsgerecht (CO2 –gesteuert).

Zudem können diese auch über öffenbare Lüftungsflügel mit Frischluft versorgt werden. Die mechanische Lüftungsanlage wird auch zur Nachtluftspülung verwendet. Eine Betonkerntemperierung in den Decken der Nutzungsbereiche kann über eine Wärmepumpe auch zur Kühlung in den Sommermonaten aktiviert werden.

Als zentrale Erzeugungsanlage beider Gebäudeteile wird eine Erdwärmepumpe in Verbindung mit Sonnenkollektoren eingesetzt. Die Wärmeversorgung erfolgt hier vollständig über die Wärmepumpe, die bei Niedertemperaturpotential durch Kollektoren unterstützt werden kann. Im Sommer erfolgt die Warmwasserbereitung ausschließlich über die Kollektoren, eventuell vorhandene Überschusspotentiale können zur Regenerierung des Erdreichs wieder eingelagert werden. Diese Kombination erhöht die Jahresnutzungszahl der Wärmepumpe deutlich. Alle Gebäudeteile werden über Heizkörper erwärmt. Auf eine Fußbodenheizung wird wegen der unterschiedlichen, temporären Nutzung der verschiedenen Räume verzichtet, da dieses System sehr träge ist und eine eingeschränkte Regelungsfähigkeit aufweist.

Ergänzt werden kann die Energiebilanz des Komplexes durch die Integration von Photovoltaikmodulen, um die ökologische Gesamtenergiebilanz des Gebäudes zusätzlich zu verbessern. Die Photovoltaikelemente können, optimal ausgerichtet, auf dem Dach der Maison Relais montiert werden. Insgesamt werden eine robuste Baustruktur und eine einfache wartungsfreundliche Haustechnik vorgeschlagen, die eine wirtschaftliche Erstellung und wirtschaftlichen Betrieb erwarten lassen.

 

Das Büro im östlichen Gebäudeteil und das südlich angeordnete Buvette werden ebenfalls großzügig mit Tageslicht versorgt und natürlich belüftet. Die WC-Anlagen sind unmittelbar dem Eingangsbereich logisch zugeordnet. Die Andienung erfolgt über die bereits vorhandene Erschließungsstraße nördlich der bestehenden Schule.

 


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