Musikschule, Lüdenscheid (D)

Kategorie :

Wettbewerb Architektur

Projekt :

Neubau einer Musikschule für die Stadt Lüdenscheid mit flexibel nutzbarem Multifunktionssaal

Auftraggeber :

Stadt Lüdenscheid

Land :

Deutschland

Fläche :

bgf 2664 m²

Planungszeit :

06/2016 - 08/2016

Preis :

1. Preis, nichtoffener internat. Realisierungswettbewerb


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Projekt Neubau einer Musikschule für die Stadt Lüdenscheid mit flexibel nutzbarem Multifunktionssaal Auslober Stadt Lüdenscheid (D) / öffentl. AG Leistungen WW+, Esch-sur-Alzette (L) / Trier (D) Wettbewerb / Beauftragung Objektplanung Architektur Rendering rendertaxi, Aachen (D) BGF 2.664 m² NF 1.536 m² BRI 12.627 m³ Plangebieetgröße 0,27 ha Wettbewerb 06/2016 - 08/2016 Auszeichnung 1. Preis, nichtoffener internat. Realisierungswettbewerb

 

Raum wird erlebbar durch Klang. Ohne Klang ist ein Raum unerträglich. Der Klang überträgt sich im Raum. Jeder Raum klingt anders. Musik und Architektur sind eng miteinander verwoben.

Ilga Nelles // R+ Architekten Hamburg  & Cello

 

Genius Loci - Zentrum für Bildung und Musik

Die Individualität des Standortes am weitläufigen Kreuzungsbereich der Hochstraße und der Staberger Straße in mitten einer heterogenen Bebauung verschiedener Nutzung und Epochen gibt nur bedingt Vorgaben zu städtebaulichen Bezügen. Einzig die Besonderheit hinsichtlich der Topografie, erhaltenswertem Grünbestand und die Höhenstaffelung der Nachbargebäude nehmen Einfluss auf die Konzeption.

Hieraus resultiert das Grundkonzept der Musikschule als Solitär. Der dreigeschossige Neubau wird den Überlegungen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes der Stadt Lüdenscheid folgend konzipiert und bewusst an die nordwestliche Grundstücksgrenze gesetzt. Durch seine räumliche Setzung bildet der Baukörper die Quartiersmitte, Auftakt und Gelenkpunkt zwischen Bildungseinrichtungen, Wohngebiet und Altstadt. Auf Grund seiner Stellung im Außenraum ist er wesentliches Element des Quartiersauftaktes.

 

Beurteilung durch das Preisgericht

Der dreigeschossige Baukörper fügt sich sowohl in seiner Höhe als auch in seiner städtebaulichen Positionierung präzise in den Stadtraum ein und prägt diesen positiv. Die geschickte Integration der Architektur in die Topografie bildet eine klare Eingangs- und Platzsituation sowie weitere grüne und funktionale Terrassen aus. Dabei ist die Öffnung des Gebäudes über ein großzügiges Foyer zur Altstadt mit richtig positioniertem Eingang die richtige Antwort. Sie funktioniert gleichzeitig als zentraler Antritt und innere Adresse der neuen Musikschule. Die klare Fassade stellt mit Ihrem einfachen und geometrischen Fassadenprinzip dabei womöglich einen gewünschten Bezug zur Lüdenscheider Altstadt dar. Der Klinker als schönes, haptisches aber auch dauerhaftes und zeitloses Material für Gebäude und Freiraum

ist dabei die richtige Wahl. Kritisch angemerkt wird, dass die Fassade anstatt der Symmetrie etwas mehr Spannung aufbauen könnte.

Die Gliederung der Bereiche von Foyer im Erdgeschoss mit Multifunktionssaal und Schlagwerkraum mit guter Erreichbarkeit für Nutzer und Besucher und auch der Anlieferung ist räumlich und funktional gut gelöst. Ebenso ist die Gliederung der beiden Obergeschosse mit Übungsräumen und Verwaltung um die geschickt positionierten Kerne für die Erschließung und Nebenräume gut und differenziert gelöst. Der Entwurf ist grundsätzlich gut realisierbar und liegt im mittleren Bereich aller wirtschaftlichen Kennzahlen, lediglich im Anteil der Verkehrsflächen ist er überdurchschnittlich.

Kritisch merkt das Preisgericht an, dass die offene Ausrichtung des Foyers nach Südwesten sowie die damit verbundene Auskragung des massiven Gebäudeteils nicht die gleiche städtebauliche Bedeutung wie zur Straße und nach Nordosten mit dem Eingang hat und in diesem Bereich eine Verbesserung sowohl von architektonischer sowie städtebaulicher Haltung als auch der Wirtschaftlichkeit möglich scheint. Ebenso fehlt eine Differenzierung der Auskragung über den drei Glasfassaden des Foyers entsprechend ihrer städtebaulichen Bedeutung. Der Schlagwerkraum wie der Multifunktionssaal sind ohne eine natürliche Belichtung geplant. Der Entwurf ermöglicht durch seine Modularität im Aufbau und die Angemessenheit der architektonischen Mittel einen nachhaltigen Beitrag zur Lösung der Aufgabe. Die Arbeit verspricht eine Flexibilität sowohl hinsichtlich notwendiger entwurflicher Anpassungen als auch im Hinblick auf den späteren Betrieb und die zukünftige Nutzungsvariabilität. Insgesamt stellt der Entwurf mit seiner städtebaulichen und architektonischen Konzept sowie seiner Freiflächenkonzeption

eine den Ort respektierende und gleichzeitig prägende Lösung der Wettbewerbsaufgabe dar. Es entsteht ein ebenso offenes wie funktionales öffentliches Gebäude als Identität stiftender Lernort.

 
 

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