Ruwertalschule, Waldrach (D)

Kategorie :

Wettbewerb Architektur

Projekt :

Neubau Grund- und Realschule plus und Sanierung Mehrzweckhalle der Ruwertalschule

Auftraggeber :

Landkreis Trier-Saarburg, Trier

Land :

Deutschland

Fläche :

bgf 5.224 m²

Planungszeit :

01/2018 - 03/2018


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Projekt Neubau Grund- und Realschule plus und Sanierung Mehrzweckhalle der Ruwertalschule, Trier-Ruwer (D) Auslober Landkreis Trier-Saarburg, Trier (D) Teilnahme nicht offener Realisierungswettbewerb Leistungen WW+, Esch-sur-Alzette (L) / Trier (D) Architektur in Zusammenarbeit mit Architektur. Dietrich Untertrifaller, Wien (A) Außenanlagen HDK Dutt & Kist, Saarbrücken (D) BGF 5.224 m² NF 2.741 m² BRI 18.881,5 m³ Wettbewerb 01/2018 - 03/2018

 

Genius Loci

Das zur Verfügung stehende Baugebiet befindet sich in der Mitte des Dorfes Waldrach auf dem Gelände der bestehenden Ruwertalschule. Die heterogene Umgebungsbebauung, bestehend aus Einfamilienhäusern, lässt nur wenige städtebauliche Bezüge zu. Somit stellt die ortstypische Hanglage und die Westausrichtung sowie der herausragende Ausblick auf den Gottenberg das grundlegende Charakteristikum dieses Ortes dar.

 

Leitidee

Der vorliegende Entwurf sieht zwei kompakte Baukörper vor, welche auf einem Sockel aus ortstypischem Schiefer lagern. Der kleinere der beiden Baukörper beinhaltet die Funktionen der Grundschule und des Verwaltungsbereiches, der größere die Räume der Realschule. Zusammen mit den zu erhaltenden Bestandsgebäuden, der Mensa/Sporthalle und dem bereits bestehenden Erweiterungsbau, bilden diese den neuen Campus der Grund- und Realschule plus. Die einheitliche und gleichwertige Ausgestaltung unterstreicht das Konzept der Schule als Einheit aus gleichwertigen Teilen. Die differenzierte Ausgestaltung der Freiräume und Pausenbereiche spiegelt den hohen Stellenwert der Außenflächen im pädagogischen Konzept der Schule wieder. Die terrassenförmige Gebäudestruktur vermittelt zwischen den stark abfallenden Geländeniveaus und ermöglicht eine optimale Nutzung des zur Verfügung stehenden Baugebietes.

Durch die Positionierung der neuen Baukörper entlang der östlichen Hangkante entsteht vor den Schulgebäuden eine großzügige Spiel-und Pausenfläche mit einem weitläufigen Blick in das Ruwertal.

 

Funktionale Lösung

Die Grundrisse beider Neubauten sind als Dreispänner konzipiert, die in der Mittelzone Platz für Nebennutzungen bieten. Alle Klassenräume, sowohl die der Grundschule als auch die der Realschule sind nach Westen orientiert und verfügen über einen fantastischen Blick in die Landschaft. Durch die Verortung der Klassenräume in den beiden oberen Geschossen besteht keinerlei negative Ablenkung durch die vorgelagerte Schulhoffläche. Alle temporär genutzten Räume, wie Fachräume und Lehrerzimmer, sind nach Osten hin ausgerichtet. Wohlproportionierte Fenster und eine zenitale Dachverglasung sorgen für gezielte Ein-und Ausblicke mit hoher Aufenthaltsqualität. Im Hinblick auf das pädagogische Konzept der Schule sind großzügige Schiebetüren zwischen den Klassenräumen und zu den Erschließungsflächen vorgesehen. So können Klassenräume zusammengeschaltet und Erschließungsflächen als offene Lernbereiche in den täglichen Unterricht einbezogen werden. Im Untergeschoss, welches den durchgängigen Sockel der Gebäude bildet, befinden sich die Pausenausgänge sowie die Ganztagesräume. Ebenso bieten die vielseitigen Außenflächen zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Unterrichtsgestaltung im Freien. Eine barrierefreie Erschließung des gesamten Geländes ist durch Aufzüge und die Gestaltung der Außenflächen gewährleistet.

 

Materialität

Die schlichte und zeitlose Fassade ist bewusst auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegt. Das klar proportionierte Fassadensystem aus saphirfarbene Alucobondplatten lässt eine wirtschaftliche Lösung mit geringen Instandhaltungskosten erwarten. Auf der Ebene des Schulhofs, in Bereichen mit hoher mechanischer Beanspruchung ist der Sockel mit Schiefer verkleidet.

 

Freianlagen

Die Freianlagen strukturieren das Schulgelände durch wirtschaftliches Ausnutzen der Topografie in ablesbare Funktionsbereiche. Der Schulhof wird klar gefasst, wodurch eine hohe Übersichtlichkeit und Zugänglichkeit gewährleistet wird. Der geschützt gelegene Entréeplatz empfängt ankommende Schüler und übernimmt sowohl eine Aufenthaltsfunktion während der Wartezeiten, sowie eine barrierefreie Verteilung der Schüler zu ihren jeweiligen Gebäuden. Unter Berücksichtigung der Altersgruppen werden differenzierte Aktionsbereiche geschaffen. So sind durch einen Kletterspielplatz für die Grundschule und eine Bolzwiese für die Realschule gute Spiel- und Sportmöglichkeiten während der Pausen gegeben. Als entschleunigte Gegenpole stehen diesen Flächen mit Bäumen überstellte Ruhezonen entgegen, Insgesamt entsteht eine einheitlich gestaltete Schullandschaft, deren jedoch Bereiche klar den einzelnen Schulen zugeordnet werden können.


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