Seniorengerechte Bebauung, Capellen (L)

Kategorie :

Wohnungsbau

Projekt :

Städtebauliche Ideensammlung für eine seniorengerechte Bebauung

Auftraggeber :

Zitha Senior, Luxemburg

Land :

Luxemburg

Fläche :

bgf 3.000 m²

Planungszeit :

10/2014 - 12/2014

Auftrag :

Städtebauliche Ideensammlung

Preis :

2. Preis


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projekt Städtebauliche Ideensammlung für eine seniorengerechte Bebauung auftraggeber Zitha Senior, Luxemburg (L) planungsteam WW+, Esch-sur-Alzette/Trier (L/D) bgf-gesamt 17.170 m² bgf-wohnen 3.000 m² bgf-pflegeheim 14.170 m² bri-gesamt 62.440 m³ anzahl whg 31 anzahl pflegezimmer 100 wettbewerbs- phase 10/2014 - 12/2014 mehrfachbeauftragung 2. Preis

 

"Gute Architektur lebt von Spannung, Harmonie und einer angemessenen Bescheidenheit. Sie sollte einen Hauch von Selbstverständlichkeit ausstrahlen und sich immer am Wesen des Menschen orientieren."
Norman Heibrodt

 

Die Herausforderung der gestellten Aufgabe besteht in der Integration der Architektur innerhalb des urbanen Geflechts. Verschiedene umliegende Bestandsbauten führen unter sich einen Dialog und decken die Spannung zwischen der Treue zum architektonischen Stil und der Anpassung der Vergangenheit an die Anforderungen der Gegenwart in dem Entwurfsgebiet auf. Der Kontext soll bei der Ausarbeitung dieses Projekts berücksichtigt werden. Dabei soll gleichzeitig Wert hinzugefügt und die Lebensqualität verbessert werden. Neben übergreifenden Betrachtungen aus den soziologischen und sozialdemografischen Bereichen integrieren wir diese Parameter in das städtebauliche und architektonische Konzept für den Neubau der Zitha Senior.

Genius Loci

Das Areal der Zitha Senior befindet sich an einer städtebaulich markanten Stelle zwischen einem städtischen Kreuzungspunkt (Route d’Arlon/Route d’Olm) und einem ausgedehnten Naturraum. Trotz dieser Lage zwischen zwei viel befahrenen Straßen schaffen wir mit dieser Anordnung einen städtebaulichen Akzent im Stadtzentrum von Capellen: Innerhalb des Gebiets werden Identifikations- und Anknüpfungspunkte sowie städtebauliche Merkmale der angrenzenden bebauten Struktur aufgenommen um Bezüge zu schaffen und eine harmonische Eingliederung in den Stadtraum zu generieren. Eine Aufwertung des umgebenden öffentlichen Raums sowie die nachhaltige Vernetzung des näheren Umfelds sind positive Auswirkungen der Anknüpfung auf vorhandene Bezugsperimeter der Bestandsbebauung. Die Angrenzung an den wertvollen Grünraum wird durch Ausbildung und Verstärkung der übergeordneten Verbindungsachse zwischen Stadt und Natur in dem neuen Wohn- und Pflegegebäuden mit Integration des Bestands allseitig erlebbar. Durch die Ausbildung eines eigenen Zentrums strahlt der neue Stadtbaustein in alle Himmelsrichtungen aus und lädt in seiner Offenheit zum Dialog mit dem urbanen


Städtebauliches Konzept

Das städtebauliche Konzept sieht zwei lineare Riegelformen in Anlehnung an den jeweiligen Verlauf der Route d’Arlon und der Route d‘Olm vor und legt ein besonderes Augenmerk auf eine harmonische Einbettung in die vorhandenen Bestandsstrukturen. In der Gesamtstruktur knickt das Pflege- und Therapiege¬bäude an der Route d‘Arlon spannungsvoll ein um einen Übergang zu dem Appartementgebäude an der Route d’Olm zu schaffen. Der daraus resultierende Zwischenraum markiert den Eingang zum Innenhof und der Tiefgarage. Während im Erdgeschoss des Pflege- und Therapiegebäudes zusätzlich zu den Betreuungszimmern öffentlich genutzte Strukturen wie ein Restaurant/ Bistro und ein Empfangsbereich mit Lobby untergebracht sind, befinden sich in den Obergeschossen ausschließlich Pflege- und Therapieräume. Das Appartementhaus dient zur privaten Wohnnutzung. Im Stadtraum stellen sich die mehrgeschossigen Gebäude mit unterschiedlichen Höhen als prägnante Landmarks in einheitlicher Formensprache dar. Entstanden ist ein Arrangement, das seinen Nutzern und Bewohnern eine klare Strukturierung und Orientierung bietet. Gleichzeitig erreicht man Offenheit und Transparenz durch den gezielten Einsatz von Material, Licht und Öffnungen.


Erschließung
Die öffentliche Eingang in das Areal wird durch eine grosszügige Fuge innerhalb der Gebäudekomposition markiert. Von dort erreicht man den offenen Innehof, der durch seinen repräsentativen und einladenden Charakter mit Erhalt des bestehenden Brunnens zum zentralen Treffpunkt wird und gleichzeitig einen wichtigen Kommunikationsbereich, über die alle weiteren Bereiche erreicht werden, darstellt. Die Eingangsbereiche zu dem bestehenden Schwesternwohnheim und dem Pflege- und Therapiegebäude schließen hieran an. Das Appartmenthaus wird von der Rout d’Olm erschlossen und öffnet sich mit einem erdgeschossigen Gemeinschaftsbereich zu dem Innenhof.

Im Kreuzungsbereich Route d‘Arlon/Route d‘Olm entsteht, neben dem zentralen Hof im Inneren, ein urbaner Vorplatz, welcher einen wichtigen Zugang zum neuen Stadtbaustein bildet und durch angrenzende öffentliche, soziale und kommerzielle Nutzungen in den Erdgeschossen belebt wird. Dieser Platz bildet die neue Schnittstelle zwischen Neubau und Bestand und ist dementsprechend grosszügig, offen und einladend gestaltet. Die Außen- und Freiräume bieten differenzierte und unterschiedliche räumliche Qualitäten sowie eine Ausgewogenheit zwischen öffentlichen, gemeinschaftlichen und privaten Flächen. Privatheit sowie Möglichkeit zur Kommunikation und Interaktion schliessen sich dabei nicht aus. In den öffentlichen Aufenthaltsbereichen wird eine freundliche und warme Atmosphäre geschaffen, die zum Verweilen und zur Entspannung einlädt. Die Gebäudekomposition wird mit einer durchgängigen Wegefigur erschlossen und mit dem umliegenden Stadt- und Naturraum vernetzt.


Funktionale Lösung
Der Schwerpunkt der Gebäude liegt auf der Zielgruppenorientierung des Pflege- und Therapiebereichs mit der Schaffung von einem Wohnungsangebot für den 3. Lebensabschnitt. Die Interessen alteingesessener Bewohner der Nachbarbebauung sollen gewahrt bleiben, wobei neue Bewohner, für die zuvor im urbanen Raum kein entsprechendes Wohnungsangebot vorhanden war, akquiriert werden sollen. Dies führt zu einer sozialen Vernetzung zwischen den geplanten Gbeäuden und dem angrenzenden Wohnquartier. Die Struktur und das System der beiden Gebäude geben die Möglichkeit sich den wandelnden Lebensumständen anzupassen und Synergien zu nutzen. Alle Wohneinheiten erhalten durch diegroßflächige Verglasung zu den Außenbereichen einen Blick in die Natur und werden ganztägig mit Tageslicht versorgt, so dass eine helle und freundliche Wohnatmosphäre in allen Räumen entsteht. Die Architektur der Riegelbauten ist geprägt von einer fein bewegten Form, den raumhohen Fenstern und den großen Loggien, welche die Gebäudeabwicklung gliedern. Das Ergebnis: Eine moderne Fassade, die ein Zeichen im zeitgemässen Städtebau setzt.

 

 


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